Ratgeber

Rollen und Ablauf bei der Moderation

Moderation an einem grossen Anlass läuft dann zuverlässig, wenn drei Aufgaben getrennt bleiben: Mehrere Personen geben laufend frei, eine einzige entscheidet über Zweifelsfälle, und jemand schaut auf den Screen im Saal statt in die Liste.

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Wer zum ersten Mal eine Live-Fotowand vor mehreren hundert Teilnehmenden betreibt, plant die Moderation meist als Nebenaufgabe: Eine Person aus dem Organisationsteam macht das mit. Solange wenig eintrifft, geht das gut. Es geht schief in genau den zehn Minuten, in denen es zählt – wenn nach dem gemeinsamen Foto alle gleichzeitig senden, wenn der Jubilar geehrt wird, wenn sich der Saal nach der Türöffnung füllt.

Warum eine Person zu wenig ist

Zwei Gründe, und beide haben wenig mit der Zahl der Klicks zu tun. Der erste ist Aufmerksamkeit: Wer im Saal steht, moderiert nicht – wer moderiert, sieht den Saal nicht. Beides gleichzeitig verlangt niemand von jemandem, der daneben noch das Programm im Griff behalten soll.

Der zweite Grund ist die Qualität der Entscheidungen. Ein Beitrag, bei dem jemand zögert, kostet Zeit und Nerven. Wenn dieselbe Person gerade durch dreihundert unstrittige Fotos klickt, entscheidet sie den Zweifelsfall nebenbei – und häufig anders, als sie es in Ruhe täte, weil sie in Durchsatz denkt statt in Konsequenz. Trennt deshalb den schnellen Durchlauf von der schwierigen Entscheidung.

Die drei Aufgaben

  • Freigabe: arbeitet die Liste ab, lässt durch, was unstrittig ist, und legt alles andere zur Seite. Diese Aufgabe teilen sich mehrere Personen.
  • Entscheid: klärt die zur Seite gelegten Fälle, kennt die Haltung von Geschäftsleitung oder Vorstand und ist während des ganzen Anlasses erreichbar. Eine Person, nicht zwei.
  • Beobachtung: schaut auf den Screen im Saal und meldet, wenn dieselben Motive zu oft laufen, wenn ein Beitrag auf der grossen Fläche anders wirkt als im Vorschaubild oder wenn der QR-Code nach dem Umbau plötzlich verdeckt ist.

Bei kleineren Anlässen fallen Freigabe und Beobachtung in einer Person zusammen, und das ist völlig in Ordnung. Ab etwa 500 Teilnehmenden lohnt sich die Trennung, weil der Zustrom in Wellen kommt: In der Welle braucht die Freigabe volle Aufmerksamkeit, dazwischen passiert wenig.

Was das Team vorher festlegen muss

Der grössere Teil der Moderationsarbeit passiert vor dem Anlass, nämlich beim Festlegen der Kriterien. Fehlen sie, entscheidet jede Person nach eigenem Gefühl, und auf dem Screen entsteht ein Bild, das so niemand bestellt hat. Sechs Punkte reichen aus, und sie passen auf eine halbe Seite:

  1. Was ist ein klarer Ablehnungsgrund? Schreibt ihn hin – etwa Beiträge ohne Bezug zum Anlass, Werbung fremder Marken oder erkennbar unfreiwillige Aufnahmen einzelner Personen.
  2. Was ist ausdrücklich in Ordnung, obwohl es jemand im Team ablehnen könnte? Unscharfe Bilder, Grimassen und leere Gläser gehören meistens dazu.
  3. Wer entscheidet im Zweifel, und über welchen Kanal ist diese Person während des Anlasses erreichbar?
  4. Wie schnell soll ein Beitrag auf dem Screen erscheinen? Eine Zielzeit von wenigen Minuten ist realistisch und gibt dem Team einen Massstab.
  5. Wer übernimmt während des Essens, während der Reden und in der Pause?
  6. Was geschieht nach dem Anlass mit abgelehnten Beiträgen, und wer antwortet der Person, die danach fragt?

Der Schichtplan für den Abend

Ein Anlass hat drei bis vier Wellen, dazwischen ist es ruhig. Plant die Besetzung deshalb entlang des Programms und nicht in gleichmässigen Blöcken: zwei Personen während der Wellen, eine dazwischen, dazu eine kurze Übergabe bei jedem Wechsel. Die Übergabe ist wichtiger, als sie klingt. Wer neu einsteigt, muss wissen, welche Zweifelsfälle bereits entschieden sind – sonst wird dieselbe Frage im Lauf des Abends zweimal unterschiedlich beantwortet, und genau das sieht man auf der Wand.

Praktisch heisst das: Die Freigabe läuft auf dem Telefon. Wer moderiert, bleibt damit im Raum, braucht keinen festen Arbeitsplatz und bekommt nebenbei mit, was gerade passiert. Ein Regieplatz hinter der Bühne bietet diesen Vorteil nicht.

Rollen, wie sie die Wall kennt

Im Dashboard gibt es drei vergebbare Rollen: Owner, Admin und Moderator. Der Owner legt das Event an und bucht den Plan, Admins betreuen Einstellungen und Branding, Moderatoren sehen ausschliesslich die Prüfliste. Eingeladen wird per E-Mail, und wer die Einladung annimmt, braucht weder Zugriff auf die Rechnung noch auf andere Anlässe. Damit erledigt sich die Frage, ob man der Agentur oder der Praktikantin einen Zugang gibt.

In der Prüfliste steht jeder Upload mit Vorschaubild, hinterlegtem Namen und Uhrzeit. Angenommen rückt der Beitrag ins Live-Masonry und läuft mit dem Auto-Scroll über alle angeschlossenen Screens, abgelehnt bleibt er aussen vor. Beliebig viele Personen bearbeiten dieselbe Liste parallel. Ein Punkt gehört offen gesagt: Die Freigabe vor der Anzeige gibt es ab Premium. Wer Basic bucht, hat keine Prüfstufe – dort erscheint jeder Upload unmittelbar auf der Wall.

Wann ihr auf die Freigabe verzichten könnt

Nicht jeder Anlass braucht eine Prüfstufe, und ihr Aufwand fällt nicht in Franken an, sondern in Personen, Absprachen und ein paar Minuten zwischen Aufnahme und Screen. Bei einem internen Teamtag mit fünfzig bekannten Gesichtern steht dieser Aufwand in keinem Verhältnis zum Risiko. Je offener der Zugang und je grösser das Publikum, desto klarer kippt die Rechnung: An einem Messestand mit Laufkundschaft oder an einer Generalversammlung, deren Bilder später intern zirkulieren, ist die Freigabe die einfachere Entscheidung.

Ohne Freigabe heisst allerdings nicht ohne Aufsicht. Auch dann sollte jemand die Wall im Blick behalten und vorher wissen, wo im Dashboard sich ein einzelner Beitrag entfernen lässt. Das dauert länger, als ihn gar nicht erst durchzulassen, ist aber deutlich besser, als es dem Zufall zu überlassen.

FAQ

Häufige Fragen zum Moderationsteam

Kurz beantwortet.

Wie viele Moderatoren brauchen wir?

Als Ausgangspunkt zwei Personen, damit eine Übergabe überhaupt möglich ist, und eine dritte, sobald das Publikum in die Tausende geht. Nach dem ersten Anlass wisst ihr genauer, wie viel bei euch tatsächlich zusammenkommt.

Wie lange bleibt eine Einladung ins Team gültig?

7 Tage. Ladet die Moderation deshalb erst ein, wenn sie das Event auch wirklich anschaut, sonst läuft die Einladung vor dem Anlass ab.

Was sagen wir jemandem, dessen Beitrag nicht erscheint?

Am besten die Wahrheit, und zwar vorher abgesprochen: dass eine Auswahl stattfindet und wer sie verantwortet. Ein Satz im Programm oder neben dem QR-Code nimmt der Frage die Spitze.

Kann eine Agentur moderieren statt das interne Team?

Ja. Eine Einladung als Moderator gibt Zugriff auf die Prüfliste dieses einen Events und sonst auf nichts. Die Kriterien solltet ihr trotzdem selbst festlegen – eure Organisation kennt ihr besser.

Reicht es, erst nach dem Anlass aufzuräumen?

In einem geschlossenen Kreis oft ja. Sobald Presse, Kundschaft oder ein offenes Publikum im Raum sind, ist der Screen das Problem und nicht das Archiv – dann gehört die Prüfung vor die Anzeige.

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Bereit für die Freigabe im Team?

Legt euer Event an, ladet die Moderation per E-Mail dazu und probiert die Prüfliste einmal mit einem Testfoto durch

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